# 99 | Serie: Wie du dich in Texten besser präsentieren kannst – Schreibstrategien für Künstler*innen (Teil 9)

9 Texte für die Ausstellung

Du hast endlich den Ausstellungsplatz bekommen! Die Mühe des Bewerbungsprozesses hat sich gelohnt. Doch noch ist nicht alle Arbeit erledigt. Denn auch am Ausstellungsort selbst gibt es noch das ein oder andere, das du verschriftlichen musst.

Rede

Sicherlich denkst du nun als erstes an eine Rede. Die brauchst du allerdings nur dann selbst vorbereiten, wenn es sich um eine Einzelausstellung handelt und es sonst niemand am Ausstellungsort gibt, die oder der sie halten wird. Es kann auch vorkommen, dass die Rednerin oder der Redner nicht allzu gut vorbereitet ist, zum Beispiel bei einer Einzelausstellung in einem Rathaus, wo jemand von der Stadt die Rede zugesagt hat, aber nicht wirklich darin geübt ist, über Kunst zu sprechen. In diesen Fällen musst du dich selbst vorbereiten. Eine „Anleitung“ dafür zu geben, ist allerdings schwierig. Jeder Ausstellungsort, jedes Publikum ist anders. Ich möchte mich daher an dieser Stelle auf ein paar wenige allgemeine Empfehlungen beschränken:

  • Stell dich auf dein – in den meisten Fällen recht gemischtes – Publikum ein. Vermeide eine zu intellektuelle Rede und prahle nicht mit Insider-Wissen aus der Kunstwelt und der Kunstgeschichte. Sei einfach du selbst. Die meisten Leute mögen authentische Präsentationen sehr gerne.
  • Baue unbedingt einige humorvolle Aspekte, vielleicht eine Anekdote, ein.
  • Wenn du dich bei Menschen bedanken möchtest, dann solltest du unbedingt ihre vollen Namen kennen und diese auch richtig aussprechen.
  • Schreibe dir Stichworte auf und übe deine Rede.

Alles andere – inklusive des eigentlichen Inhalts – ist Geschmackssache.

Etiketten

Es gibt zwei wichtige Grundsätze für die Gestaltung von Etiketten für deine Kunstwerke:

  • Gestalte sie einheitlich und gut lesbar.
  • Schreibe unbedingt auf jedes Etikett eine Kontaktmöglichkeit (z.B. Telefonnummer, Emailadresse, Webseite) und eine eindeutige Kennzeichnung des Kunstwerkes (Nummer oder Titel). So können Gäste bei Interesse einfach ein schnelles Handyfoto für später machen.

Flyer

Es ist immer gut, wenn die Gäste etwas mit nach Hause nehmen können. Ein professioneller Flyer mit Fotos von und Texten zu deiner Kunst ist eine gute Möglichkeit. Du kannst den Flyer unabhängig von der aktuellen Ausstellung gestalten, so dass du ihn auf mehreren Ausstellungen auslegen kannst.

Hinweisschilder

Manchmal brauchst du für bestimmte Zwecke ein Hinweisschild, z.B. wenn du auf ein Gästebuch oder deine Mailingliste verweisen willst. Da man selbst immer am schlechtesten einschätzen kann, ob Hinweisschilder sowohl gesehen als auch ohne Nachfragen verstanden werden, solltest du deine Hinweisschilder an ein paar guten Freund*innen austesten und ihre Verbesserungsvorschläge unbedingt ernst nehmen.

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Dies sind die Inhalte der kompletten Serie:

  • Einleitung (24.01.2018)
  • Wie Schreibstrategien helfen können (7.02.2018)
  • La Dolce Vita (21.02.2018)
  • Künstlerische Biografie (21.03.2018)
  • Künstlerisches Statement (11.04.2018)
  • Bewerbungsanschreiben (3.05.2018)
  • Einladung zu einer Ausstellung (6.06.2018)
  • Exkurs: Fotos einreichen (25.07.2018)
  • heute 🙂
  • Weitere allgemeine Empfehlungen

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>> Hier geht’s zum vorherigen Teil der Serie. >> Hier geht’s zu TEIL 1 der Serie

>> FORTSETZUNG FOLGT

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