118 | Emotionaler Realismus

Das Ölbild „Summertime“ (Öl auf Leinwand, 140 x 100 cm, 2016) habe ich 2017 >>HIER im SommerKunstBlog schon einmal in einer Bildbetrachtung vorgestellt. Das Referenzfoto wurde von Freunden auf einer Reise durch Laos aufgenommen. Ich möchte heute darauf zurückkommen und dir noch einmal den Emotionalen Realismus vorstellen, den ich damals mit diesem Bild als maßgebliche Motivation für mich in meiner Kunst erkannt und den ich somit begründet habe. Denn diese Betrachtungsweise eröffnet dir einen neuen Blick auf realistische Kunst

Begriffsklärung

Schau dir zunächst die beiden zunächst widersprüchlichen Begriffe näher an:

  • „Emotion“ beschreibt der Duden als „psychische Erregung, Gemütsbewegung; Gefühl, Gefühlsregung“. Emotionen sind in erster Linie subjektiv, auch wenn man natürlich in einer bestimmten Situation genau das Gleiche empfinden kann wie jemand anders. Aber jemand anders kann in der gleichen Situation eben auch etwas völlig anderes empfinden.
  • „Realität“ ist laut Duden „1. Wirklichkeit; 2. reale Seinsweise; 3. tatsächliche Gegebenheit, Tatsache“. Somit ist Realität in ihrer Reinform nicht verhandelbar, sondern immer gleich, unabhängig vom Auge der*des Betrachter*in. (Anmerkung: Als Reinform bezeichne ich das Gegenteil von dem, was heutzutage als „alternative Fakten“ die Runde macht. Ich möchte den Begriff „Realität“ hier klar von einer politischen Verwendungsweise abgrenzen und eher den philosophischen Ansatz betrachten.)

Realismus trifft Emotion

Niemand wird bestreiten, dass Kunst bzw. die Betrachtung von Kunst Emotionen weckt. Für mich beginnt dieser Prozess bereits, wenn ich ein Referenzfoto sehe, das mich emotional so berührt, dass ich es unbedingt malen möchte. Das Foto bildet zunächst den Ausschnitt einer Wirklichkeit ab. Das, was es in mir auslöst, ist jedoch sehr subjektiv. In der Regel sind es positive Emotionen, die mich so triggern, dass ich das Motiv malen möchte. Manchmal entsprechen diese Emotionen auch nicht zu 100% dem, was auf dem Referenzfoto real zu sehen ist. So habe ich bei dem Bild „Summertime“ den Blick des Jungen „nur“ so interpretiert, dass er der*dem Betrachter*in direkt anschaut. Auch die Farbgebung ist in dem Ölbild wesentlich intensiver als auf dem Referenzfoto. Ich muss dazu das Referenzfoto nicht erst mit Photoshop bearbeiten, sondern ich sehe das, was ich empfinde und was ich malen will, vor meinem geistigen Auge. Am Ende wirkt das fertige Bild meist wieder „wie ein Foto“. Es zeigt jedoch meine emotional wahrgenommene eigene Realität.

© Seona Sommer – Summertime

Urlaubszeit ist Angebotszeit

Ich mache dir das Angebot, deine eigene emotionale Realität zu entdecken. Vielleicht hast du z.B. in deinem Urlaub ein Szenario erlebt, das dich so sehr triggert, dass du deine Empfindungen verewigen lassen möchtest. Vielleicht geschieht dies auch erst, wenn du nachher deine Urlaubsfotos sortierst und beim Betrachten eines bestimmten Fotos noch einmal in einen besonderen Moment zurückversetzt wirst. Ich biete dir an, dein Lieblingsfoto aus deinem Urlaub zu besprechen. Wir finden gemeinsam heraus, was genau dieses Foto so besonders für dich macht. Und wenn es für dich stimmig ist, kannst du mir darüberhinaus mit diesem Foto dann ein Gemälde in Auftrag geben, das in einzigartiger Weise an dein Erlebnis anknüpft. Für genauere Informationen nutze bitte das >>Kontaktformular und teile mir darin deine Emailadresse und auch deine Telefonnummer mit.

!! Wichtiger Disclaimer !!

Damit das Malen eines Bildes auch für mich stimmig ist, lehne ich manche Referenzfotos als Auftragsarbeit ab. Das hat manchmal etwas mit der Qualität des Fotos zu tun. Aber manchmal kann ich mich selbst einfach nicht in das Motiv hineinfühlen. Dann kann ich auch mein Versprechen an dich nicht einlösen. Eine hohe Wahrscheinlichkeit der Annahme haben Fotos, auf denen Menschen zu sehen sind, da ich auf Porträtarbeiten spezialisiert bin. Reine Landschaftsfotos hingegen kommen für mich als Malmotiv eher nicht in Betracht.

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