# 82: Serie: Wie du dich in Texten besser präsentieren kannst – Schreibstrategien für Künstler*innen (5)

ENGLISH TEXT BELOW: PRESENT YOURSELF BETTER IN TEXTS – WRITING SKILLS FOR ARTISTS (5)

Dies sind die Inhalte der Serie:

  1. Einleitung
  2. Wie Schreibstrategien helfen können
  3. La Dolce Vita
  4. Künstlerische Biografie
  5. HEUTE: Künstlerisches Statement
  6. Bewerbungsanschreiben
  7. Einladung zu einer Ausstellung
  8. Exkurs: Fotos einreichen
  9. Texte für die Ausstellung
  10. Weitere allgemeine Empfehlungen

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5 Künstlerisches Statement

Das Wichtigste zuerst: Während die Künstlerische Biografie ( vgl. Teil 4) vorrangig von DIR handelt, geht es im Künstlerischen Statement vorrangig um DEINE KUNST. Hier hast du die Gelegenheit, darüber zu schreiben, was dich bewegt (hat), genau diese Art von Kunst zu machen. Es ist nicht notwendig, eine bestimmte Form einzuhalten, man kann theoretisch einfach drauf losschreiben. Jedoch gibt es allgemein Möglichkeiten, Texte zu strukturieren, an die man sich halten KANN. Vor allem denjenigen unter euch, die sich beim Schreiben noch nicht so sicher fühlen, wird es helfen, sich vorher auf eine Form festzulegen, dann ganz grob die Inhalte für die verschiedenen Textabschnitte aufzuschreiben und am Ende das Ganze mit ausführlichem Inhalt und schönen Worten zu füllen. Ein guter Text will wie ein gutes Bild angelegt, erarbeitet und am Ende auch überarbeitet werden. (Was nicht für die Expressionisten unter euch gilt. 😉 )

W-FRAGEN
© Seona Sommer

Texte professionell aufbauen

Beispiele für solche Strukturierungsmöglichkeiten wären:

Typ 1: Das klassische Geschichtenerzählen oder auch Storytelling (> einfach mal googlen) – mit Anfang, Hauptteil, Schluss – ist eine Möglichkeit, einen Text aufzubauen und Leser*innen zu fesseln. Es gibt unzählige Anleitungen dafür im Internet.

Typ 2: Eine andere Möglichkeit ist es, von einem fertigen Kunstwerk auszugehen, es zunächst zu beschreiben, dann den Herstellungsprozess zu beschreiben und schließlich deine Interpretation zu erläutern.

Typ 3: Du kannst auch gedankliche Fragmente, Skizzen oder Tagebucheinträge aneinanderreihen.

Inhalte

Es gibt viele weitere Möglichkeiten. Hier darfst du deine Kreativität ausleben. Aber egal, wofür du dich entscheidest: Halte dich an eine selbst festgelegte Struktur und vermeide so Verwirrung.

Unabhängig von der Form sollte dein Statement deine Kunst ganz allgemein beschreiben und erläutern, warum du diese Kunst machst und was sie für dich bedeutet. Du darfst hier auch emotional werden und du darfst Aspekte mit einbeziehen, die dich auch unabhängig von der Kunst bewegen (z.B. politischer oder ethischer Natur), die aber eine Verbindung zu deiner Kunst haben. Ob du diesen Text lieber in der Ich-Form oder lieber in der Er-/Sie-Form schreiben möchtest, kann je nachdem, wofür oder für wen du diesen Text schreibst, unterschiedlich sein. Wichtig ist aber, dass du bei dir bleibst. Auch wenn du den Text für eine bestimmte Ausschreibung oder für ein bestimmtes Publikum schreibst, kann es missverstanden werden, wenn du anderen sagst, was sie fühlen, denken oder tun sollen.

Manche Künstler*innen eröffnen ihr Statement mit dem Zitat einer berühmten Persönlichkeit. Die Gefahr liegt darin, dass womöglich jede*r von dem in der Regel kurzen Zitat ein anderes Verständnis hat. Wenn du dies also tust, nimm in deinem Statement noch einmal Bezug darauf, um den Zusammenhang zu deiner Kunst herzustellen. Überprüfe auch regelmäßig, ob das Zitat noch passt. Denn meine Erfahrung hat mir gezeigt, dass sich ein Künstlerisches Statement von Jahr zu Jahr ändern kann – während die Künstlerische Biografie inhaltlich eigentlich immer die gleiche bleibt und nur die Schwerpunkte anders gesetzt werden.

Fazit

Lerne die Unterschiede zwischen einer Künstlerischen Biografie (> vgl. Teil 4) und einem Künstlerischen Statement gut kennen. Auch wenn es, wie anfangs erwähnt (> vgl. Teil 2), im Allgemeinen keine festgelegten Regeln gibt, so bieten diese Informationen doch wichtige Orientierungspunkte an. Zum einen wirst du so eine viel bewusstere Entscheidung darüber treffen können, was genau du in einen bestimmten Text schreiben möchtest. Deine Texte werden dadurch ganz automatisch verständlicher und aussagekräftiger werden. Zum anderen kommt es durchaus auch gar nicht so selten vor, dass auf Seite der Kuratierenden doch eine ganz bestimmte Erwartungshaltung vorherrscht und du diese viel leichter erkennen kannst.

(Dieses Kapitel wurde teilweise inspiriert von: Vicki Krohn Amorose. Art-Write: The Writing Guide for Visual Artists. Luminare Press, 2013)

>> FORTSETZUNG FOLGT

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PRESENT YOURSELF BETTER IN TEXTS – WRITING SKILLS FOR ARTISTS (5)

This is what I talk about in this series:

  1. Introduction
  2. How Writing Strategies Can Help
  3. La Dolce Vita
  4. Artist Biography
  5. TODAY: Artist Statement
  6. Cover Letter
  7. Invitation to an Art Exhibition
  8. On A Side Note: Submitting Photos of Your Art
  9. Texts for the Exhibition
  10. Further General Advice

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5 Artist Statement

First things first: Whereas an artist biography (> part 4) predominantly deals with YOURSELF, the artist statement ist ABOUT YOUR ART. Here you have got the opportunity to write about what has inspired and and still inspires you to make exactly this kind of art. It is not necessary to stick to a certain form. Theoretically, you can just start writing as you please. There are certain writing methods, however, of how to structure a text and you MAY want to use them. Especially those of you who don’t feel very comfortable with text composition yet, may find it helpful to choose a method and then write down key words and short sentences for each paragraph first, before writing down the complete text in nice words. A good text wants to be built up, shaped, and revised just like a piece of art. (Which may not be true for the expressionists among you. 😉 )

W-FRAGEN(1)
© Seona Sommer

Professional Composition

Here are some examples of how you can structure your text:

Type 1: Traditional Storytelling (> please google, you’ll find a lot about it!) – including beginning, middle part, end – is one option to built up a compelling text that fascinates its readers. You can find countless instructions on the internet.

Type 2: Alternatively, you can start with a finished artwork, describe it first, then talk about the different stages in the production process, and eventually explain your interpretation of it.

Type 3: You can also just present a bare listing of fragments, sketches, or diary entries.

Content

There are many more options and you are allowed to express your creativity. But no matter what you decide on: I recommend, that you do stick to some kind of structure in order to avoid confusion.

Apart from the form, you should include general statements about your art and explain why you make this kind of art, and what it means to you. Emotions are permitted as well as other aspects beyond art that move you (e.g. political or ethical considerations) and that are connected to your art. Whether or not you use „I“ or rather the s/he-form, may depend on the final purpose of this text. It is important, though, that you put yourself in focus. Otherwise, it can easily be misunderstood when you tell others what they should think, feel, or do.

Some artists start their statement with a quote by someone famous. Keep in mind that everyone may have a different comprehension of the quote. So if you would still like to do that, then it is good advice to refer back to it later in your statement and explain how it relates to your art. And don’t forget to double check later in your career whether it’s still an apt quotation or whether you should look for a new one.

In my personal experience, I can say that I keep recompositioning my statement pretty constantly – whereas on the other hand, my artist’s biography stays more or less the same and I only add to it.

Conclusion

Study thoroughly the differences between an artist biography (> part 4) and an artist statement. Even if there are no general rules – as I already explained early in my series (> part 2), this information provides some guidance for you. You will be in the position to make much more conscious decisions of what to write in a specific text. And your texts will automatically become more comprehensive and convincing. Plus, sometimes there actually are certain expectations on the recipient’s (maybe the curator’s) side, which you will be able to notice more easily.

>> TO BE CONTINUED

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