# 73: Serie: Wie du dich in Texten besser präsentieren kannst – Schreibstrategien für Künstler*innen (2)

ENGLISH TEXT BELOW: PRESENT YOURSELF BETTER IN TEXTS – WRITING SKILLS FOR ARTISTS (2)

Dies sind die Inhalte der Serie:

  1. Einleitung
  2. HEUTE: Wie Schreibstrategien helfen können
  3. La Dolce Vita
  4. Künstlerische Biografie
  5. Künstlerisches Statement
  6. Bewerbungsanschreiben
  7. Einladung zu einer Ausstellung
  8. Exkurs: Fotos einreichen
  9. Texte für die Ausstellung
  10. Weitere allgemeine Empfehlungen

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Du wirst wahrscheinlich schnell selbst eine eigene Liste aufstellen können, wenn du dich fragst, aus welchen Gründen du für deine letzte Ausstellung oder Ausstellungsbeteiligung alles am PC gesessen und etwas getippt hast. Ich möchte dir in meiner Serie ein bisschen mehr über die Unterschiede verschiedener Textsorten erzählen. So läufst du weniger Gefahr, dich jedes Mal neu zu fragen, was genau denn dieses Mal von dir verlangt wird. Du vermeidest unnötige Verschachtelungen oder Wiederholungen und du kannst deine Text viel gezielter aufsetzen.

Eines aber vorweg: DIE EINE RICHTIGE Vorgehensweise gibt es NICHT! Es gibt keine festgelegten Regeln. Ich mache daher in dieser Serie auch nur Vorschläge und biete Orientierungsmöglichkeiten an. Trotzdem wirst du am Ende einen guten Überblick haben über das, was du für dich noch anpacken kannst.

Ich gebe dir nun schon mal einige allgemeine Tipps, wie du dich von Anfang gut organisieren kannst:

Was ist eine Textsorte?

Man spricht allgemein von verschiedenen „Textsorten“, wenn es um Einordnung oder Erlernen des Schreibhandwerks geht. So ist zum Beispiel ein tabellarischer Lebenslauf eine völlig andere Textsorte als ein Bewerbungsanschreiben. Für jede Textsorte existieren mehr oder weniger allgemeingültige Merkmale. Es gibt weiterhin aber auch verschiedene Untersorten: Wenn du dich um einen Job als Kellner*in in der Kneipe nebenan bewirbst, wirst du das sicherlich ganz anders tun, als bei einer hochdotierten Stelle im Vorstand eines Unternehmens – oder eben bei der Bewerbung als Künstler*in um einen Ausstellungsplatz. Und schließlich gibt es – wie fast überall, wo es Schubladen gibt – auch Mischformen. Während du zum Beispiel bei der Darstellung auf deiner eigenen Webseite alles schön säuberlich voneinander trennen kannst (wenn du das wünscht), so musst du bei einem Text in einem Ausstellungskatalog für eine Gruppenausstellung, an der du teilnimmst, mit wenig Platz zurechtkommen und meist verschiedene wichtige Informationen geschickt miteinander verknüpfen.

Wie können Textbausteine helfen?

Der Einfachheit halber werde ich mich in der Serie auf möglichst eindeutige „Schubladen“ konzentrieren. Was du am Ende daraus machst, ist vollkommen dir überlassen. Eine gute Empfehlung ist es aber, sich ein eigenes Archiv anzulegen, aus dem du dich immer wieder bedienen kannst. Damit meine ich, dass du TEXTBAUSTEINE erstellst. Zum Beispiel kannst du einen bestimmten Part in deiner Biografie oder deinem Statement (z.B. wesentliche Einflüsse auf deine Kunst oder eine besonders wichtige Ausstellung oder dein Hauptmotiv oder deine bevorzugte Technik oder…. oder… ) jeweils als eigenen Textbaustein anlegen, den du bei Bedarf in andere Texte einbauen kannst. Oder du erstellst als Baustein ein festgelegtes Layout für deinen Lebenslauf, den du immer wieder verändern und erweitern kannst.

Die Textbausteine selbst kannst du ihrerseits in verschiedenen Formen anlegen. Viele Ausschreibungen geben zum Beispiel eine festgelegte Mindest- oder Höchstwörterzahl vor. Du solltest also in der Lage sein, deinen Baustein sowohl in wenigen als auch in mehr Wörtern zu verfassen. Sehr geübte Schreiber*innen können auch noch überlegen, den gleichen Textbaustein einmal in sehr förmlicher Art und Weise und einmal eher umgangssprachlich zu verfassen. Und die ganz Kreativen unter euch erfinden vielleicht noch eine ganz eigene sprachliche oder sogar visuelle Darstellungsweise.

Beachte die W-Fragen

Ein weiterer allgemeiner Tipp vorweg kommt aus dem journalistischen Bereich, ist aber auch für unsere Zwecke bestens geeignet – und ich werde auch im weiteren Verlauf der Serie immer mal wieder darauf hinweisen: Beantworte in deinen Texten die sechs W-Fragen: WER? WAS? WO? WANN? WIE? WARUM? Bzw. mach dir immer Gedanken darüber, welche W-Frage(n) in einer bestimmten Textsorte oder einem einzelnen Textbaustein im Mittelpunkt steht oder stehen. Die Beantwortung dieser Fragen sind das A und O jedes informativen Textes. Und informativ sind deine Texte über dich und deine Kunst immer: Sie informieren Journalist*innen, potentielle Käufer*innen, Galerist*innen, aber auch Freund*innen & Familie darüber, was du machst und warum du es wert bist, sich mit deiner Kunst zu beschäftigen und sie sogar zu kaufen.

Mach es dir nicht zu schwer!

Schließlich gebe ich dir den nützlichen Tipp, dass auch du das Rad nicht immer wieder neu erfinden musst. Klar, gerade Künstler*innen wollen gerne besonders sein. Aber es gibt auch gute Gründe, mal mit im Strom zu schwimmen. Das gilt vor allem für diejenigen, die sich noch schwer beim Verfassen eigener Texte tun: Warum nicht mal gucken, wie andere es machen. Natürlich darf man keinerlei Copyright verletzen! Aber man darf sich aus dem unendlichen Meer bereits geschriebener Texte doch Anregungen holen. Auch kann es nicht schaden, bei einer Bewerbung zu einer Gruppenausstellung mal in die Texte der Künstler*innen vom letzten Jahr zu schauen, damit man da einigermaßen reinpasst und sich nicht von vorneherein durch zu viel Experimentiererei disqualifiziert.

Wenn du diese allgemeinen Tipps verinnerlichst, bist du gut vorbereitet auf den nächsten Teil der Serie, wenn es um die erste eigene Textsorte geht: die künstlerische Vita.

>> FORTSETZUNG FOLGT

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PRESENT YOURSELF BETTER IN TEXTS – WRITING SKILLS FOR ARTISTS (2)

This is what I talk about in this series:

  1. Introduction
  2. TODAY: How Writing Strategies Can Help
  3. La Dolce Vita
  4. Artist Biography
  5. Artist Statement
  6. Cover Letter
  7. Invitation to an Art Exhibition
  8. On A Side Note: Submitting Photos of Your Art
  9. Texts for the Exhibition
  10. Further General Advice

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You will probably be able to quickly make a list of reasons why you had to sit down and write something while preparing your last exhibition. In my series, I am going to tell you a little more about the differences between various text types you usually need to deal with. So you don’t have to figure out again and again what is expected from you. You can avoid unnecessary entanglements & repetitions, and you will develop a much more targeted way of writing.

One thing should be clear, though: there’s NO ONE CORRECT procedure! There is no clearly defined set of rules. I am only making suggestions for your orientation. Nevertheless, you will have a useful overview of what is important and how you can improve your writing skills.

For starters, here is some relevant general information:

What is a „text type“?

When you develop your writing skills, you usually do that by conforming with different standards of various text types. A curriculum vitae in tabular form, for example, is a completely different text type than a cover letter. It is worthwhile studying the more or less defined standards for the text type you are going to compose. There are also various subgenres for each type. For example, your cover letter for the waiter’s job in the bar next door will probably look very different from a cover letter for a well-paid job on the executive board of a prestigious international company – or your cover letter for your participation in an exhibition. Finally, there are – just like in any other field with standardized categories – also mixed text types. If you wish you can, for instance, provide all text types separately on your personal website. But when you have to submit a text for an exhibition catalog, you will have to cope with little space only and combine essential pieces of information skillfully.

Working with text modules

For reasons of simplicity, I will focus on standardized text types as clearly as possible. It is completely up to you how you will adjust this information to your personal needs. I do recommend, though, to keep files of every completed text and every text paragraph or even just sentences you really like in order to use those TEXT MODUELS again and again. For example, you can create a text module as a part for your bio or your statement and simply insert this module later in an otherwise personalized text for the application with a gallery. Or you set up a standadized form for your vita for repeated use and then later only change the contents when you can add more exhibitions or wish to leave out negligible pieces of information.

Another tip ist that you have different versions of the same text module. For example, there are lots of calls for submissions that determine the number of words you can use. So you should be able to rephrase yout text module in more or in less words. When you are a skilled writer already, you may even think about rephrasing your text modules more formally or more colloquially – depending on the addressee. And those of you who like being creative with words as well, may even have their own linguistic or even visual ways of expressing themselves that they can add.

Think of wh-questions

A further piece of advice is taken from general recommendations for journalists, and is very handy to know – I will most probably remind you of it several times: answer the questions WHO? WHAT? WHERE? WHEN? HOW? WHY? And try to figure out which of these questions need to be answered in a specific text type or text module. Every informative text is characterized by focusing on these questions. And all your texts about yourself and your art are usually informative: they inform journalists, prospective buyers, gallerists, but also friends & family about what you do, about the value it, and about why they can profit by following you or buy from you.

Take it easy!

Last but not least, I wish to tell you that you do not have to re-invent the wheel again and again. Yes, I know, especially artists aim to be unique and special. But sometimes it can’t hurt to go with the flow if there’s a good reason. This is especially true for those of who who still struggle with writing their own texts. Why not have a look at other artists‘ websites? Of course, you must acknowledge any rules of copyright! But nothing can be said against looking for inspiration in the endless sea of already composed texts. It is also a good idea to look at published texts from last year’s participants of an exhibition that you are going to apply for this year. So you make sure that you don’t stand out in a negative way by being „too“ different.

When you have internalized these general recommendations, you are well prepared for the next part of the series in which I will talk about the first text type: your vita.

>> TO BE CONTINUED

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