24 | Die Fotograf:innen, mit denen ich zusammenarbeite (3)

Ein Großteil meiner Kunstwerke basiert auch auf der Zusammenabeit mit professionellen Fotograf:innen. Erfahre in dieser Mini-Serie, wie dies die eigene Perspektive bereichern kann.

Die Dynamik von Kollaborationen

Zunächst führte der globale Ansatz meines Konzeptes als treibende Kraft zu meiner Zusammenarbeit mit internationalen Fotograf:innen (>>vgl. 20 | Die Fotograf:innen, mit denen ich zusammenarbeite (1) ). Dann erfuhr ich, wie der inspirierende Einfluss eines anderen Künstlers meine eigene künstlerische Entwicklung beschleunigt hat (>>vgl. 22 | Die Fotograf:innen, mit denen ich zusammenarbeite (2) ). Schließlich taten sich weitere unvorhergesehene Effekte auf.

Das Künstler:innendasein kann ein einsames sein. Was mir als semi-introvertierter und gerne unabhängiger Mensch sehr gut tut. Aber leider minimiert das auch die Gelegenheiten zur Inspiration und Veränderung, die man bei häufigen Treffen mit anderen Menschen automatisch erhält. (Und ich meine hier jetzt natürlich nicht die Menschen, denen man täglich im eigenen Haushalt begegnet.) Am Anfang meiner Zusammenarbeit mit den jeweiligen Fotograf:innen ging es mir nur um deren wunderbare Fotos. Aber mit der Zeit lernt man sich ja mehr kennen und man bekommt einen tieferen Einblick in das, was die anderen antreibt. Im besten Fall kann man auch viel voneinander lernen.

Leider steht die Zusammenarbeit von Künstler:innen nicht immer unter einem guten Stern. Ich weiß nicht genau, warum das so ist, vermute aber, dass es damit zusammenhängt, dass leider viele Künstler:innen an der Konkurrenzsituation untereinander scheitern. Es ist nicht leicht, mit Kunst Geld zu verdienen und dazu kommt, dass viele Künstler:innen auch emotional sensibel sind. Die Konkurrenzsituation auf dem Kunstmarkt kann daher viel erschweren. Auch ich hatte ein paar unschöne Erlebnisse. Was meine Zusammenarbeit mit den Fotograf:innen betrifft, kann ich allerdings nur Gutes berichten. Es ist vielleicht einfacher, wenn man zwar die gleiche Leidenschaft hat, aber ansonsten aus unterschiedlichen Genres kommt. Für mich ist diese Zusammenarbeit jedenfalls unglaublich bereichernd!

Mich persönlich beflügeln Kooperationen unglaublich. Natürlich nur, wenn es auch auf der persönlichen Ebene stimmt. Die Chemie ist immer wichtig.

Ich möchte dir daher jetzt die nächste Fotografin vorstellen, mit der ich zusammenarbeite, und möchte dir davon erzählen, wie sehr mich diese Zusammenarbeit bereichert – als Künstlerin und als Mensch.

Laia López Barnadas, aus Barcelona | Spanien – lebt derzeit im Mittleren Osten

Als ich Laia kontaktierte, nachdem ich ihre Fotos auf Instagram gesehen hatte, war ein wensentlicher Grund, dass ich auch gerne mit einer Frau zusammenarbeiten wollte. Ich hatte zu dem Zeitpunkt keine Ahnung, was für eine Abenteurerin sie ist und wie ihre Biografie sie dafür ausgestattet hat, ihren großen Reisehunger zu stillen. Denn ihre Oma war bereits zwischen den späten 60er Jahren bis in die frühen 90er Jahre um die ganze Welt gereist (außer nach Afrika) – was in diesen Jahrzehnten für eine Frau sehr außergewöhnlich war. Laia hat bereits mit 42 Jahren über 80 Länder gesehen, 26 davon in Afrika!

Die eigene Komfortzone verlassen

Normalerweise suche ich mir die Fotos, die ich malen will, selbst aus. Es gibt dabei unterschiedliche Gründe, warum ich die einen malen möchte und die anderen nicht. Zunächst mal ganz technischer Natur, denn nicht alle Fotos eignen sich als Referenz zum Malen. Als Malerin habe ich einen ganz anderen Blick als eine Fotografin. Aber es gibt noch mehr Gründe. Vielleicht interessiere ich mich nicht so sehr für ein bestimmtes Land. Oder es war zwischen dem Foto und mir einfach nicht Liebe auf den ersten Blick. Außerdem frage ich mich bei allem, was ich tue – in meinem Alltag wie in meinem Berufsleben -, ob das, was ich tue, politisch korrekt ist. Das ist mir wichtig.

Laia hat einige afrikanische Volksstämme besucht. Ich wollte zunächst keines dieser Fotos malen. Denn ich wollte nicht irrtümlicherweise als eine gelten, die gerne möglichst exotische Menschen zeigen möchte. Laia hat mich davon überzeugt, dass das Gegenteil richtig ist. Wir haben sogar eine moralische Verpflichtung uns selbst und andere daran zu erinnern, mit wem wir alles diesen Planeten teilen und wie divers die Welt noch ist. Solche alten Stammesgemeinschaften in Afrika und anderswo haben urtümliche Lebensweisen und auch deren Sprachen und Rituale über viele, viele Jahrhundert bis heute erhalten. Sie zeigen uns, wo wir als Menschheit herkommen.

Die moderne Welt und ihre Gesellschaften sind dagegen auf dem besten Weg zu einem Kipppunkt, von dem wir nicht wissen, wie es danach weitergeht. Das Weltklima, die Weltökonomie, die politische Stabilität sind alle in großer Gefahr. Diese Stammesgesellschaften könnte es schon bald nicht mehr geben, wenn es uns nicht gelingt, den Planeten zu retten. Wir müssen die wahren Schätze unserer Welt wieder sehen. Wir müssen erkennen, dass andauernder Wachstum nicht länger möglich ist. Wir müssen die Gelgenheit ergreifen, den Menschen, allen Menschen die Hand zu reichen und unsere globale Zukunft ab jetzt wieder bewusster gestalten, all ihre Lebensräume und Lebensformen – von Mensch und Natur – erhalten, die schon über einen so langen Zeitraum so gut funktioniert haben. Wir müssen die Kehrtwende zum Wohle allen Lebens auf der Erde schaffen.

Über Laia

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