149 | Bildbetrachtung Werk Nr. 0243

Determination – Entschlossenheit

Determination, 2020 | Öl auf Leinwand, 50 x 100 cm

Was denkst du, wenn du diese Ecuadorianerin von hinten siehst?

Manche verbinden mit einer Rückenansicht ganz subjektiv empfunden das Thema Abwendung. Für mich geht es hier eher um Hinwendung. Und zwar zu etwas, das kommt, das kommen soll, das wartet und das viel Positives verspricht. Indem die Figur sich dem hellen Horizont zuwendet – und etwas anderem gegenüber, hinter ihrem Rücken – abwendet, zeigt sie Zuversicht und Lebensmut, Stärke und Entschlossenheit.

Dem Alten gegenüber wendet sie sich mit Rückgrat und in Schönheit ab. Das kunstvolle Haarband kann man nur sehen, wenn man hinter der Figur steht. Zusammen mit dem locker geschwungenden Tuch, das einen Blick auf die Blusenstickereien bekommt die*der Betrachter*in den Eindruck, dass sich die Figur nicht ganz abwenden will – sie will nur weitergehen. Die Atmosphäre hat etwas Magisches, das den sanften Übergang von der Vergangenheit in die Zukunft unterstreicht.

7 Jahre bis zur Vollendung!

Das Bild „Determination“ hat die bisher längste Arbeitszeit hinter sich: 7 Jahre! Wie kann das sein? 2013 waren mein Mann und ich auf Hochzeitsreise in Ecuador. Natürlich habe ich meine Kamera dabei gehabt und fleißig fotografiert. 2014 habe ich eine ganze Serie an Ecuador-Bilder gemalt. Dieses Motiv auf einem Markt in Otavalo hatte es mir ganz besonders angetan, aber es wollte einfach nichts werden. Erst hatte ich es in schwarzweiß mit Kohle probiert. Es gefiel mir überhaupt nicht. Dann unternahm ich irgendwann einen Versuch mit Öl. Ich bin nicht weit gekommen und habe die Leinwand schnell wieder in die Ecke gestellt. Irgendwann in den 7 Jahren habe ich zwischendurch mal einen zweiten Versuch unternommen, um das begonne Bild weiterzumalen, habe aber erneut recht schnell wieder aufgegeben. Seit dem stand die Leinwand in meinem Atelier herum. Was war das Problem?

Emotionaler Realismus

Wenn du dich bereits mit meiner Kunst beschäftigt hast, dann weißt du, dass ich Emotionalen Realismus male. >>Hier dazu ein früherer Blogbeitrag 118. Es geht dabei nicht in erster Linie um die perfekte Technik, denn sonst hätte ich viele meiner früheren Bilder wohl niemals fertig gestellt. Es geht stattdessen darum, meine Emotionen zu einem Motiv in einem Bild möglichst „perfekt“ auszudrücken. Das war bei diesem Motiv besonders schwierig, und an der Stelle geht es dann doch auch um die Technik: Ich hatte die ganzen 7 Jahre lang das Gefühl, dass meine künstlerischen Fähigkeiten noch nicht ausreichen, um dieses Motiv so darzustellen, wie ich mir das emotional vorgestellt habe.

Geheimnisvolle Komplementärfarben

Als ich dann aber in diesem Jahr den >>Whats-App Malkurs bei Alejandro Carpintero machte und dort in die allerletzten Geheimnisse der Komplementärfarben eingeweiht wurde, wusste ich: Jetzt ist es so weit! Ich kann das Bild jetzt endlich zu Ende malen! Denn genau dieser malerische Fokus auf die Komplementärfarben fehlte noch in meinem Repertoire, um genau dieses Bild zu malen. Somit stellt es nun auch einen gewissen Meilenstein dar. Alle zukünftigen Bilder werden sich im Hinblick auf Komplementärfarben daran messen müssen.

„Determination“ in den Sozialen Medien

Da sich das längliche Format für einen >>Instagram-Beitrag nicht so eignet, setzte ich mich mich beim Foto-Shooting daneben und hatte dann ein schönes quadratisches Format (siehe Titelbild). Auf Facebook teile ich meine Bilder zwar noch auf meiner >>Atelier SommerKunst-Seite, aber kaum noch in verschiedenen Gruppen, wie ich es lange gemacht habe. Denn das bringt leider nicht viel. Meistens kommen nur ein paar wenige Klicks dabei herum. Der Algorithmus ist nicht meiner. Ich bin deswegen auch dabei, meine Aktivitäten mehr nach Instagram zu verlagern.

Umso überraschter war ich, dass ich in der einzigen Gruppe, in der ich das Foto auf Facebook geteilt hatte, etwa drei Tage lang einer Flut von Likes (über 1.300) und Kommentaren ausgesetzt war! Wow! Ich muss sagen, diese Gruppe >>“I AM AN ARTIST“ mit über 50.000 internationalen Künstler*innen, mit einer unglaublichen Vielfalt an Kreativität, aus allen Niveaustufen und mit wirklich sehr viel wertschätzendem Feedback ist wahrscheinlich eine der wenigen Gruppen, die noch so lebendig ist. Oder kennt ihr noch andere?

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