131 | Internationaler Kunstwettbewerb: The Banality of Evil in Our Daily Lives

Kann Kunst die Zukunft beeinflussen?

Eine aufregende neue Kunstinitiative, The Banality of Evil in our Daily Lives Art Prize, wurde von einem unabhängigen Kunstkollektiv ins Leben gerufen.

Das Projekt zielt darauf ab, das Bewusstsein für Gedankenlosigkeit zu schärfen, die sich unwissentlich in unseren Alltag eingeschlichen hat. Eine einzigartige Gelegenheit für Künstler auf der ganzen Welt, Werke einzureichen, die die Grenzen zwischen Gut und Böse, Richtig und Falsch erkunden.

Der Text und die Ausschreibung wurden uns von dem Künstler SaySay.love geschickt. Alle Fragen zum Wettbewerb bitte an die in diesem Text angegebene Kontaktadresse schicken.

Die Philosophin Hannah Arendt als Inspiration

Das Thema des Wettbewerbs orientiert sich an den Schriften von Hannah Arendt, der berühmten Philosophin und Politologin (>Wikipedia). Arendt berichtete über den Prozess gegen Adolph Eichmann, den ehemaligen Leiter der „Zentralstelle für jüdische Emigration“, der an der Organisation der Vertreibung und Deportation der Juden beteiligt war und mitverantwortlich für die Ermordung von schätzungsweise sechs Millionen Menschen war. Arendt stellte im Wesentlichen die Frage: Kann man Böses tun, ohne böse zu sein?

Ihre Schlussfolgerung ist: „So grausam, kaltherzig und in ihrem Ausmaß monströs, wie die Taten, für die Eichmann verantwortlich war, so gewöhnlich, so banal war der Mensch, der für diese Taten stand. Sie nannte diese Gedankenlosigkeit die „Banalität des Bösen“.

Ziel des Wettbewerbs

Ziel des Wettbewerbs ist es, darzustellen, wie wir in unserem täglichen Leben Opfer gedankenlosen Verhaltens geworden sind, und alle Künstler zur Teilnahme aufzurufen und ihre Herzen und Gedanken in ihren Kunstwerken auszudrücken.

Der Künstleraufruf stellt eine Herausforderung dar, das noch nie zuvor Kommunizierte zu kommunizieren und eine Plattform für bahnbrechende Ideen zu schaffen, die in unsere Gemeinschaft eingebracht werden.

Der Initiator des Projekts, SaySay Love, schlägt vor, dass Kunst Geist und Herz verändern kann und hat die Macht, die Unmenschlichkeit und Zerstörung, die wir durch gedankenloses Verhalten erzeugen, aufzulösen.

Banality of Evil in our Daily Lives Kunstwettbewerb

Wir alle können Opfer der Gedankenlosigkeit in unserem täglichen Leben werden.
Der Banality of Evil in our Daily Lives Kunstwettbewerb schafft als offener Wettbewerb für Künstler die Möglichkeit, ihre Ansicht der Banalität des Bösen im täglichen Leben auszudrücken. Der Künstleraufruf stellt eine Herausforderung dar, das noch nie zuvor Kommunizierte zu kommunizieren und eine Plattform für bahnbrechende Ideen zu schaffen, die in unsere Gemeinschaft eingebracht werden.
Wir laden weltweit alle Künstler dazu ein, ihre Arbeiten einzureichen und ihre Kunst als Mittel und Instrument einer globalen Sprache zu verwenden, um Hoffnungen und Gedanken zu kommunizieren und somit eine neue Vision für unsere Welt zu schaffen.
Ziel des Wettbewerbs ist neben der Inspiration, Lösungen aufzuzeigen, die sich mit der wohl wichtigsten und aktuellsten Krise unserer Gesellschaft auseinandersetzen: Dem Verlust unserer Menschlichkeit.

Die Öffentlichkeit wählt die besten 40 Kunstwerke aus

The Banality of Evil in Our Daily Lives ist ein einzigartiger Kunstwettbewerb, bei dem die Öffentlichkeit einen hohen Stellenwert einnimmt.
Als öffentliches Projekt wird das Publikum dazu eingeladen, die Auswahl der ersten 40 Kunstwerke zu moderieren, indem es die präsentierten Botschaften in unseren Banality of Evil in our Daily Lives Social Media Plattformen auswählt und teilt.

Die Preisvergabe

Aus diesen 40 Kunstwerken werden die Finalisten von den gewählten Jurymitgliedern nominiert. Die Finalisten erhalten ein Preisgeld von 2000 US-Dollar und sind eingeladen, ihre Arbeiten im Mai 2020 auf einer Ausstellung in Berlin zu präsentieren.
  • Künstler, deren Werke für den Wettbewerb ausgewählt wurden, erhalten ein Teilnahmezertifikat
  • Alle ausgewählten Künstler werden auf unseren Social-Media Plattformen, wie Facebook, Instagram und Twitter innerhalb einer internationalen Kampagne veröffentlicht
  • Die 10 besten Werke in jeder der 4 Kategorien, die die meisten Likes durch die Öffentlichkeit erhalten, durchlaufen anschließend den Wahlprozess durch die Jury. Alle 40 Werke, die innerhalb dieses Prozesses gewählt werden, werden Teil der finalen Ausstellung in Berlin, Deutschland sein.
  • Die Werke der 40 besten Künstler werden in einem Buch veröffentlicht, das den Projektverlauf dokumentiert
  • Nur die 4 Gewinner jeder Kategorie werden nach Deutschland eingeladen um Teil der finalen Ausstellung zu sein und den Kunstpreis entgegenzunehmen.

Registrierung für den Wettbewerb

Es werden Kunstwerke in den folgenden Disziplinen akzeptiert:Malerei & Zeichnung, Fotografie & Digitale Medien, Skulptur und Performance Art.
Der Call for Entry findet vom 01.11.2019 bis zum 15.03.2020 statt.
Für nähere Informationen und den Registrierungsprozess besuchen Sie unsere Webseite:

Hintergrund

Das Thema des Wettbewerbs wurde durch den visionären Künstler und sozialen Aktivist SaySay.Love initiiert. SaySay.Love wurde durch die Ideen von Hannah Arendt, der berühmten Philosophin und Politologin, inspiriert und fühlte sofort eine tiefe Verbindung zu der von ihr beschriebenen Problematik:
Die Idee, dass die schlimmsten Taten der menschlichen Geschichte nicht durch Fanatiker oder Soziopathen, sondern durch gewöhnliche Menschen ausgeführt wurden, die lediglich nach Anweisung handelten und ihr Denken und Handeln als „normal“ empfanden und nicht hinterfragten.
Kann der Mensch Böses tun, ohne böse zu sein? Das war die essenzielle Frage, die sich Hannah Arendt stellte, als sie für den New Yorker im Prozess gegen Adolph Eichmann, dem ehemaligen Leiter der „Zentralstelle für jüdische Emigration“, der an der Organisation der Vertreibung und Deportation der Juden beteiligt war und mitverantwortlich für die Ermordung von schätzungsweise sechs Millionen Menschen war, Bericht erstattete.
Hannah Arendt sieht Eichmann nicht als Mann, der den Wunsch hegte zu morden oder Zerstörung anzurichten, sondern als jemanden, der seinen Beruf und die damit verbundenen Aufgaben gründlich und nach Anweisung ausführte. Sein privates Umfeld beschrieb ihn als sozial und unscheinbar. Er entsprach in keiner Weise dem Bild eines Kriminellen und war das Gegenteil jeder philosophischen Theorie des Bösen.
In einem totalitären System reicht Gedankenlosigkeit folglich aus, um Nährboden der größten Verbrechen der Geschichte zu sein – eine Gedankenlosigkeit, die sie als „Banalität des Bösen“ bezeichnete.

Über SaySay.Love

SaySay.Love hat eine einzigartige Art, die Welt zu sehen. Geboren mit einer optischen Behinderung, die es unmöglich macht, die Welt dreidimensional zu sehen, teilt sein Werk seine emotionalen Erfahrungen und einzigartigen Reflexionen über soziale Themen. Das Denken mit dem Herzen und nicht nur der Intellekt ist die treibende Kraft hinter einem Großteil seiner Arbeit. Seine Leidenschaft für soziale Themen inspirierte ihn, ein globales Gespräch in Form eines Kunstwettbewerbs zu beginnen und Diskurse über die „Gedankenlosigkeit“ unserer Zeit zu eröffnen.

SaySay ist kein Neuling in der Welt des Kunstaktivismus, nachdem er 2017 mit seiner ersten Einzelausstellung „The Gift of Water“ einen erfolgreichen Streifzug durch die Kunstszene gemacht hatte. Die bahnbrechende Serie versuchte, das Bewusstsein für die schwere Dürre zu schärfen, die dazu führte, dass der Stadt Kapstadt, Südafrika, fast das Wasser ausgeht.

Lies hierzu auch seinen Gastbeitrag im SommerKunstBlog vom 18. Juli 2018: 93 | SaySay.love: The Matrix of Water – Message in a Bottle

Im Anschluss daran etablierte sich der Künstler mit seinem Werk „Intime Einsamkeit“ weiter im Zentrum der Kunstwelt: “Sex with Things“ bezieht sich stark auf den Verlust der Intimität als Folge der vierten industriellen Revolution: das digitale Zeitalter.

Der Künstler zeigte Arbeiten in Deutschland, Südafrika, Russland, Großbritannien, den Niederlanden und den USA.

Für weitere Informationen besuchen Sie unsere Website www.boeart.org.

E-Mail: collette@boeart.org

Das Projekt wird durch ein Crowdfunding finanziert, um seine Unabhängigkeit zu unterstützen.

Der Text und die Ausschreibung wurden uns von dem Künstler SaySay.love geschickt. Alle Fragen zum Wettbewerb bitte an die in diesem Text angegebene Kontakadresse schicken.

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