128 | Artists 4 Future – Heute: Greta und die Kunst

Greta Thunbergs Rede vor der UN-Vollversammlung

Gesichter faszinieren mich, seit ich denken kann. Und die darin zu entdeckenden Emotionen sind eine immer wieder unglaubliche Quelle der Inspiration für mich. So ist es nicht verwunderlich, dass ich auch von Gretas Rede vor der UN-Vollversammlung am 23.09.2019 (YouTube-Link) nicht nur fasziniert, sondern auch sehr berührt war.

Der Wunsch, „etwas Gutes zu tun“ bzw. Schlechtes zu lassen und damit einen Beitrag für die Gesundheit unserer Erde zu leisten, wird auch für mich immer größer. Das fällt mir nicht leicht! Denn ein gewisser „Trott“, den ich mir über Jahrzehnte angeeignet habe, und auch die jahrelange Gewöhnung an Luxus und Komfort ist nichts, was man einfach beiseite legen kann. Im Privatleben ist das schwierig genug, noch schwieriger ist es meiner Meinung nach im Beruf – in den meisten jedenfalls. Denn hier muss immer alles funktionieren, schnell gehen, Gewinn und somit auch Sicherheit garantieren. Etwas zu verändern dauert hier gewöhnlich noch länger. Das ist auch in der Kunst nicht anders.

Artists 4 Future

Bei meiner Recherche dahingehend, was das Künstler*innendasein mit dem Klimawandel zu tun hat, bin ich auf einige interessante Themen gestoßen, die ich euch hier und in weiteren Artikeln vorstellen werde. Es gibt zum Beispiel bereits die Artists 4 Future, die sich grundsätzlich der Fridays for Future-Bewegung zugehörig fühlen und speziell als Künstler*innen einen Beitrag leisten möchten. Diese Gruppe wird – genauso wie auch Fridays for Future – nicht zentral verwaltet, sondern es steht jeder*jedem offen, sich durch eigenes Engagement oder mit einem eigenen Projekt einzubringen. Auch steht es jeder*jedem offen, das Logo (siehe Titelbild) in einem Zusammenhang zu verwenden, der die Ziele der Fridays-for-Future-Bewegung unterstützt. Es existieren vereinzelt ein paar Ortsgruppen.

Wesentlich ist bei dieser Vereinigung, wie auch bei manchen einzelnen Künstler*innen, dass bisher der Gedanke, mit einem Kunstwerk oder einem Kunstprojekt auf die Thematik aufmerksam zu machen oder gar aufzurütteln, im Vordergrund steht. Was Kunst ja auch schon immer vermochte.

Greta als Porträt-Modell

Aufgerüttelt hat mich neulich allerdings etwas ganz anderes: Ich stolperte über eine Anzeige in einem sozialen Netzwerk, mit der ein Künstler sein neues Bild – ein Ölporträt von Greta – bewarb. Darüberhinaus wurden Drucke, Postkarten und noch einiges andere Marketingmaterial mit dem Motiv zum Verkauf angeboten. Abgesehen davon, dass ich die Qualität dieses Kunstwerkes nicht gerade überwältigend fand, störte mich der im Vordergrund stehende Gedanke der erhofften Gewinnerzielung.

Klar, Porträts von Stars & Sternchen gibt es viele und Künstler*innen können damit ihren Lebensunterhalt verdienen. Aber ich persönlich finde, wenn man Gretas Botschaft unterstützt, dann geht es eben gerade darum: Dass zu viele Menschen derzeit nur ans Kapital denken, statt etwas GUTES zu tun, und dass einige zur Selbstvermarktubg unter anderem Gretas Berühmtheit für ein „schickes“ Selfie mit ihr nutzen (hat sie ja beides bereits deutlich gesagt). Wenn der Porträtkünstler nun stattdessen zum Beispiel ankündigen würde, einen Teil seines Verkaufserlöses an Friday for Future zu spenden…. nur eine Idee…. fände ich persönlich das besser, als Greta ausschließlich für die eigene Arbeit zu instrumentalisieren. Letzteres wird der Sache nicht gerecht, meine ich. Wie seht ihr das?

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(Titelbild: Logo von Artists 4 Future https://artistsforfuture.org)

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2 Kommentare

  1. Hallo, ich fand den Artikel interssant.
    Ich habe da meine Meinung. Klar kann ich versuchen Müll zu vermeiden und ist auch wichtig, doch sehe ich in uns Künstlern eine andere Aufgabe.
    Ich bin der Meinung, dass wir den Bürgern durch Arbeiten Möglichkeiten des eigenen Handelns zeigen sollten. Wo kann jeder im ganz Kleinen etwas für das Klima tun. Was wären, wenn kein Verbraucher mehr Obst in extra Plastik kauft…

    1. Hallo Kerstin, vielen Dank für dein Feedback! Ich glaube, es geht da gar nicht um verschiedene Meinungen, sondern um zwei gleich wichtige, aber unterschiedliche Aspekte. Ich selbst bin im Wesentlichen Porträtmalerin, mein Sujet hat mit Umweltschutz und Klimawandel gar nichts zu tun und ich möchte da auch keine künstliche Verbindung herstellen. Ich finde es aber toll, wenn es andere Künstler*innen gibt, die sich mit diesem Thema auch künstlerisch auseinandersetzen! Ich persönlich möchte mich einfach gerne nicht nur als Privatmensch, sondern auch im Künstlerberuf ökologisch sinnvoll verhalten. Und da bin ich auf der Suche nach Input, den ich bisher kaum gefunden habe.

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