117 | Müll? Nein danke! – Artists For Future

Europa und der Klimaschutz

Ich habe am letzten Sonntag Europa gewählt. Und Greta & den Klimaschutz. Also, eine Partei, die beides vertritt. Tja, und nun stehe ich wieder in meinem Atelier und mache mir so meine Gedanken über den Müll, den ich dort regelmäßig produziere – denn mein Atelier befindet sich auch in Europa. Es erstaunt mich ein bisschen, dass ich bisher nie von einer Debatte gehört habe, bei der Künstler*innen sich Gedanken um ihren Müll machen. Vielleicht hier und da, aber nicht wirklich öffentlich oder im großen Stil.

Öffentliche Debatte über Energiesparen und Müllvermeidung

Die Presse wird beherrscht von erneuerbaren Energien & energieeffizientem Bauen, E-Autos & E-Tretrollern, Fleischkonsum & Veganismus, Plastikstrohhalmen & Coffee-to-go-Bechern, Konsumverzicht & Flugscham und so einiges mehr. Ja, es gibt Künstler*innen, die für ihre Kunst Abfall recyclen und z.B. Fundstücke aus dem Wald oder vom Flussufer verwerten. Auch gibt es Künstler*innen, die explizit Kunst aus Müll machen, wie z.B. die sagenhafte „Ab- und Zufallskunst“ von der Kölnerin Imke Florin. Auch kenne ich einige Künstler*innen, die sich konkret in und mit ihren Kunstwerken um den Klimawandel Gedanken machen. Aber mehr fällt mir spontan zu dem Thema nicht ein. Ganz selten geht es in der öffentlichen Diskussion um Arbeitsplätze bzw. Objekte, die für den jeweiligen Arbeitsplatz notwendig sind. Mag sein, dass einige Unternehmer*innen oder auch freischaffende Künstler*innen sich aus persönlichem Interesse sehr bewusst mit dem Thema auseinandersetzen. Ein wirklicher Austausch darüber aber findet bisher nicht statt.

Was ist Artists For Future? Bist du dabei?

Ich möchte daher heute mal diese Debatte unter diesem erst mal so vorgeschlagenen „Arbeitstitel“ eröffnen. Wer ist dabei? Wer diskutiert mit? Wer hat gute Vorschläge? Ich denke vor allem an zwei Bereiche:

  • Zum einen besteht natürlich die Frage, mit welchen Mitteln und unter welchen Umständen ich selbst Kunst produziere, in welcher Form dabei welche Art von Abfall anfällt und wie ich diesen Abfall im günstigsten Fall vermeiden oder mindestens vernünftig entsorgen kann.
  • Zum anderen geht es um Händler*innen und ihre Produkte, die ich beziehe. Wie kann ich dort auf Müllvermeidung achten und wie kann ich ggf. sogar die*den Händler*in ansprechen und zu einem Umdenken bewegen?

Worum genau geht es?

Ich nenne für den zweiten Bereich mal zwei Beispiele. Die Firma BIYOMAP bewirbt ihre Transporthüllen für Kunstwerke auf ihrer Webseite folgendermaßen: „Jedes Jahr werden in der Kunstwelt 150.000 Rollen Luftpolsterfolie benutzt und weggeworfen. Eine riesige Verschwendung. Deshalb gibt es jetzt die BIYOMAP, der perfekte Ersatz für die umweltschädliche Luftpolsterfolie! Die BIYOMAP ist eine neue, umweltfreundliche Mehrwegverpackung für Bilder, die von Künstlern und für Künstler entwickelt wurde. Umweltfreundlich, einfach und maximalen Schutz. Ein- und Auspacken ist ein Kinderspiel!“ Toll!, dachte ich und bestellte direkt ein paar davon, obwohl sie nicht gerade günstig sind. Sie kamen schnell und… jede einzelne in einer Plastikfolie verpackt! Tja, ich habe seitdem dort nicht mehr bestellt, aber ich habe ja auch noch tonnenweise jahrelang gehortete Luftpolsterfolie rumliegen, die mich erst mal über Wasser hält und in der Verwendung jedenfalls nicht schlechter aufgehoben ist als im Müll, wenn ich sie einfach entsorgen würde.

Andererseits ist es mir zum Beispiel sehr positiv aufgefallen, dass Boesner seit einer Weile den monatlichen Werbeprospekt nicht mehr in Plastik verpackt, sondern in einem Papierumschlag.

Wie klimafreundlich ist deine Kunst?

Damit wir uns richtig verstehen, eines vorweg: Es geht hier AUF KEINEN FALL um irgendeine Art von Diffamierung oder das Zeigen „mit dem nackten Finger“ auf die*den bösen Künstler*in aus dem Nachbaratelier! (Ehrlich gesagt, müsste ich sowieso erst mal mit dem Finger auf mich selbst zeigen…) Vielmehr soll Wissen ausgetauscht werden, Ratschläge gegeben, vielleicht gegenseitige Unterstützung angeboten. Mit anderen Worten: Lasst uns gemeinsam überlegen, was geht, wie es geht und auch wo unsere Grenzen sind. Hast du Lust? Dann hinterlasse hier deine Ideen in einem Kommentar! Oder schreib mir eine Email. Oder wenn du mehr dazu zu sagen hast, bewirb dich doch einfach gleich um einen Gastbeitrag! (Wie das geht, kannst du >>HIER im Blogpost von letzter Woche nachlesen.)

Meine Vision

Ich würde gerne zunächst einfach mal Ideen und Hinweise sammeln. Und dann vielleicht nach einer Weile und weiterer Recherche einen oder mehrere Artikel mit vielen Tipps zum Thema veröffentlichen. Gerne nenne ich dich namentlich, wenn du gute Tipps hast! 🙂 Oder vielleicht gründe ich eine thematisch ausgerichtete Facebookgruppe. Oder oder….

(Title Images from Canva)

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