108 | Wer ist deine Zielgruppe?

Viele Künstler*innen kennen viele Künstler*innen. Und das ist auch gut so – für das gemeinsame Netzwerk. Bei noch nicht so am Markt etablierten Künstler*innen führt das aber nicht selten dazu, dass neben den persönlichen Freund*innen und Verwandten oft nur oder jedenfalls überwiegend andere Künstler*innen die Vernissage besuchen. Doch wie kommt man eigentlich an andere Zielgruppen? Und welche Zielgruppen könnten das überhaupt sein?

Was ist eine Zielgruppe?

Jede Art von Kunst zieht automatisch eine bestimmte Art von Menschen aufgrund einer bestimmten, gemeinsamen Eigenschaft an. Zum Beispiel könnten alle neu gewordenen Großeltern eine Zielgruppe für Porträtkünstler*innen sein. Denn diese Großeltern möchten dann vielleicht gerne ein Porträt vom neuen Enkelkind haben. Das heißt natürlich nicht, dass die eigene Kunst nur auf eine einzige Zielgruppe ausgerichtet ist. Genauso wenig heißt es, dass alle Mitglieder dieser Zielgruppe auch tatsächlich deine Art von Kunst mögen. Schließlich heißt es auch nicht, dass sich nicht auch mal ganz andere Menschen außerhalb der anvisierten Zielgruppen von deiner Kunst – oder einem bestimmten Kunstwerk – angesprochen fühlen. Allgemein lohnt sich aber auf jeden Fall mal ein Blick über den bisherigen Tellerrand.

Warum sind Zielgruppen wichtig?

Wenn du Zielgruppen für deine Kunst ermittelt hast, kannst du deine Werbung ebenfalls gezielt gestalten. Überlege zunächst, wo du deine Zielgruppe findest und auf welchen Wegen du sie mit deiner entsprechend ausgerichteten Werbung erreichen kannst. Du kannst deine Werbung dann sowohl inhaltlich als auch stilistisch darauf ausrichten. Du kannst sogar überlegen, welche Ausstellungsorte sich eignen, um diese Zielgruppe auch ganz persönlich anzusprechen.

Wie finde ich meine Zielgruppen?

Das ist eine nicht ganz triviale Frage, denn viele verschiedene Faktoren spielen dabei eine Rolle. Die Kunst, die du machst, erweckt vielleicht viel Aufsehen, eignet sich aber aufgrund der Formatgrößen nicht fürs Wohnzimmer. Oder vielleicht hattest du bereits eine kleine Fangemeinde, die gerne bei dir gekauft hat, aber jetzt, wo du dich mehr und mehr etablierst und die Preise weiter erhöhst, kommt deine bisherige Fangemeinde finanziell nicht mehr mit. Wenn du eine Galerie gefunden hast, wird es etwas leichter, denn die Galerie hat ihrerseits bereits konkrete Zielgruppen im Auge oder schon einen festen Käufer*innenkreis und findet, dass du ganz gut da reinpasst. Wenn du von keiner Galerie vertreten wirst, bleibt dir nichts anderes übrig, als verschiedene Herangehensweisen mit möglichen Zielgruppen einfach mal auszutesten.

Wie gehe ich dabei vor?

Ein guter Tipp meinerseits ist immer: Recherchiere bei anderen Künstler*innen (die vielleicht Ähnliches machen wie du). Schau dir ihre Webseiten & ihre Social Media Accounts an, rede mit ihnen am besten auch persönlich und frage sie, wie sie es machen. Dafür z.B. ist das oben bereits angesprochene Künstler*innen-Netzwerk gut! Außerdem: Höre genau hin, wenn du dich mit anderen über deine Kunst unterhältst. Das können Ausstellungsbesucher*innen, aber auch Freund*innen & Verwandte sein. Ihr Feedback kann dir wertvollen Aufschluss darüber geben, wie deine Kunst wirkt, oder auch auch darüber, was sie bewirkt. Du solltest dir außerdem mindestens allgemeine Grundkenntnisse über erfolgreiches Marketing aneignen. Denn die besten Tipps nützen dir nichts, wenn du sie nicht so umsetzt, dass andere neugierig werden. Ein paar hilfreiche Informationen über Selbst-Marketing kannst du hier im SommerKunstBlog finden, wenn du auf der Startseite im Kategorien-Menü auf „Marketing & Organisation“ klickst. Dort findest du unter anderem auch die beiden Serien, die ich hier bereits veröffentlicht habe:

Einen interessanten Hinweis liefert auch eine kürzlich veröffentlichte Studie, die sich um „Kunst im Büro“ dreht. Davon werde ich dir hier in meinem nächsten SommerKunstBlog-Artikel berichten. Bis dahin freue ich mich über deine ganz persönlichen Tipps: Wie hast du deine Zielgruppe(n) gefunden?

(Title Image by Gerd Altmann from Pixabay)

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