# 104 Serie: Wie du dich in Texten besser präsentieren kannst – Schreibstrategien für Künstler*innen (Teil 10)

10 Weitere allgemeine Empfehlungen

Wenn du alle Teile meiner Serie über das Schreiben zum besseren Künstler*innen-Marketing gelesen hast, hast du einen guten Überblick bekommen, worauf es ankommt. Im heutigen letzten Teil der Serie gebe ich dir noch einige ganz allgemeine Tipps, die du bei allen bisher angesprochenen Textsorten anwenden kannst. Schau dir daher nun noch einmal alle Texte an, die du bisher vielleicht schon neu verfasst hast, und überprüfe sie anhand der folgenden Checkliste. Es ist sowieso immer ein guter Rat, einen geschriebenen Text eine Weile ruhen zu lassen und ihn später noch einmal zu überarbeiten.

Checkliste:

  • Kürze: In jedem Fall – ganz unabhängig von der tatsächlichen Textlänge – ist weniger meist mehr! Vermeide in die Länge gezogene Erläuterungen, vermeide unnötig viele Füllwörter, komm schnell zum Punkt. Vermeide vor allem auch Wiederholungen, auch wenn sie anders formuliert wurden, aber am Ende doch nur das Gleiche bedeuten. Peppe deinen Text stattdessen besser mit aussagekräftigen Adjektiven auf.
  • Keine Superlative: Vermeide Formulierungen wie „der beste“, „einzigartig“, „noch nie gesehen“. Das klingt unglaubwürdig. Schreibe echte Inhalte und beschreibe echte Vorzüge.
  • Optik: Gestalte deinen Text übersichtlich! Je länger er ist, desto wichtiger werden thematisch geordnete Absätze und Strukturierungswörter (= vor allem Aufzählungswörter und Konjunktionen) wie: erstens/zweitens/drittens, außerdem, schließlich, sowohl/als auch, allerdings, obwohl, so dass etc.
  • Grammatischer Stil: Schreibe abwechslungsreich in Bezug auf Wortwahl und Satzbau. Achte vor allem darauf, dass nicht zu viele Sätze gleich beginnen. Verwende dabei das Passiv nur selten oder gar nicht. Eine aktive Ausdrucksweise wirkt viel ansprechender.
  • Inhaltlicher Stil: Schreibe verständlich! Wähle eine allgemein verständliche Sprache. Vermeide zu viele Fremdwörter oder Insider-Begriffe, vermeide verschachtelte Sätze.
  • Sonstiger Stil: Wenn du eine gendergerechte Sprache wählen möchtest, lies dazu noch mal meinen ausführlichen Blog-Artikel vom 11. Okt. 2017: „Eine kleine Einführung in die inklusive Sprache für das Schreiben über Kunst.“
  • Sprachliche Richtigkeit: Auch wenn du natürlich an jeder Stelle deine Rechtschreibung und Grammatik korrigieren kannst, sobald dir ein Fehler auffällt, so ist es doch jetzt ganz am Schluss am allerwichtigsten, deinen Text diesbezüglich noch einmal und noch einmal und noch einmal gut zu lesen. Man sieht ja oft den Wald vor lauter Bäumen nicht. Vielleicht kannst du deinen Text auch noch mal jemand anders zum Drüberschauen geben.
  • Layout: Wenn dein Text fertig ist, gestalte ihn optisch ansprechend. Achtung: Dies heißt nicht, dass du hier auch deine Kreativität ausleben solltest! Ein zu bunter und mit zu vielen Formatierungen versehener Text oder eine ungewöhnliche Schriftart wirkt oft verwirrend und weniger ansprechend.
  • Dokumentform: Und schließlich überlege dir gut, WIE du deine fertigen Texte verschickst, wenn du das vorhast. Ein PDF-Dokument kann für Empfänger*innen sehr unpraktisch sein, da man es nicht einfach kopieren kann. Wenn dein Text zum Beispiel für einen Ausstellungskatalog benötigt wird, dann schreib ihn am besten einfach in die Email hinein. Auch solltest du unnötige Formatierungen (z.B. Fettdruck, besondere Schriftarten oder eingebaute Absätze) vermeiden, da sie am Ende meist eh wieder herausgenommen werden müssen. Zeig deine Kreativität in deiner Kunst, aber nicht im Erscheinungsbild deiner Texte!

Last but not least ist eine professionelle Außendarstellung ganz wichtig: Wer Zeit und digitale Kompetenz besitzt, sollte eine eigene Webseite haben, auf der sich jedes Auswahlgremium unkompliziert und immer aktuell über die Künstlerin/den Künstler informieren kann. Hier kannst du deine Künstlerische Biografie und dein Künstlerisches Statement sowie deine Vita einem breiten Publikum präsentieren. Wer noch nie eine eigene Webseite erstellt hat, sollte sich besser inhaltlichen und gestalterischen Rat einholen, um typische Anfänger*innen-Fehler zu vermeiden. Doch das ist wieder ein ganz anderes Thema…..

Hat dir meine Serie gefallen? Ich freue mich auf dein Feedback!

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Dies sind die Inhalte der kompletten Serie:

  • Einleitung (24.01.2018)
  • Wie Schreibstrategien helfen können (7.02.2018)
  • La Dolce Vita (21.02.2018)
  • Künstlerische Biografie (21.03.2018)
  • Künstlerisches Statement (11.04.2018)
  • Bewerbungsanschreiben (3.05.2018)
  • Einladung zu einer Ausstellung (6.06.2018)
  • Exkurs: Fotos einreichen (25.07.2018)
  • Texte für die Ausstellung (23.01.2019)
  • Heute 🙂

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>> Hier geht’s zum vorherigen Teil der Serie. >> Hier geht’s zu TEIL 1 der Serie

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