# 103: Happy End in Bad Säckingen

Ausgestellt – prämiert – verkauft!

„Tanja“ gewinnt den Publikumspreis. Eine Geschichte, von der ich dachte, dass sie längst irgendwo im Niemandsland beendet sei, fügt noch einige Überraschungskapitel hinzu: Seit der ersten Bildbeschreibung vom 9. Januar 2019 in diesem Blog ist viel passiert! Aber der Reihe nach – am besten fange ich noch mal ganz vorne an:

Die Vorgeschichte

Für „Tanja“ wurde mir die Fotovorlage vom Kölner Fotografen Hans Joachim Reiter angeboten, der ein guter Freund von mir ist. Ich wusste sofort, als ich das Foto sah, dass ich Tanja malen wollte. Tanja lebt in der Ukraine, sie ist inzwischen älter als auf dem Foto. Ich kenne sie persönlich nicht. Für mich ist es auch nicht wichtig, ob ich den Menschen auf der Leinwand kenne oder nicht. Es ist für mich eigentlich nur wichtig, dass es sich um einen real existierenden Menschen handelt. Wenn ich ihn nicht kenne, habe ich beim Malen das Gefühl, ich lerne ihn kennen.

Das fertige Bild

© Rodin Eipper

Als ich „Tanja“ in der ersten Jahreshälfte von 2018 vollendet hatte, war ich sehr stolz auf das Ergebnis. Ich hatte das Gefühl, endlich malerisch dort angekommen zu sein, wo ich immer hinwollte. „Tanja“ ist auch mein persönliches Lieblingsbild unter all den anderen. Mit diesem Bild fand ich endlich die richtigen Worte, wie ich das Besondere an meiner Kunst formulieren kann. Dabei geht es jetzt nicht um irgendwelche Werbetexte, die man als Künstlerin ja auch braucht. Sondern es geht darum, dass ich selbst viele Jahre lang immer um Worte gerungen habe und mir das Bild „Tanja“ schließlich meine eigenen Fragen beantwortet hat. Das Entdecken von & Hineinfühlen in verschiedenste Emotionen spielt dabei eine zentrale Rolle und lässt sich gut zusammenfassen in meinem neuen Slogan „Discover Emotions“. (Eine ausführliche Erläuterung zu diesem Slogan findest du in der bereits erwähnten ersten Bildbeschreibung.) Ich werde selbst emotional sehr getriggert, wenn ich mich so intensiv mit anderen real existierenden Menschen beschäftige. Ich spüre dann auch ganz viel von mir selbst beim Malen. Porträtmalerei bedeutet für mich daher auch eine Brücke in mein Unbewusstes, meine Seele.

Die Zäsur

© Seona Sommer – Tanja, Öl auf Leinwand, 80 x 80 cm, 2018

Mitte 2018 wurde ich sehr krank. Ich konnte ein halbes Jahr lang meine beiden Arme nicht bzw. nur unter großen Schmerzen bewegen. Ich war unendlich traurig, dass ich nach „Tanja“ eine künstlerische Zwangspause einlegen musste. Ich hatte lange keine Ahnung, ob ich überhaupt jemals wieder würde malen können. „Tanja“ hing in dieser Zeit an prominenter Stelle in unserem Wohnzimmer und ich habe das Bild jeden Tag länger angeschaut. Es hat mir viel Kraft gegeben und ich wusste, ich muss & will für meine Gesundheit kämpfen, so dass ich weiterhin so malen kann! (Weitere Details zu dieser schweren Zeit kannst du hier in meinem SommerKunstBlogBeitrag vom 2. Januar 2019 lesen.)

„Tanja“ im 5. Grand Salon

Irgendwann in dieser Zeit erreichte mich die Anfrage, ob „Tanja“ im 5. Grand Salon hängen könnte. Nachdem ich bereits einige Veranstaltungen wegen Krankheit abgesagt hatte, sagte ich hier spontan zu, da ich nicht viel dafür tun musste, außer das Bild zu verpacken und auf die Reise nach Bad Säckingen zu schicken. Ich sagte allerdings von vorneherein die Teilnahme an der Vernissage ab und konnte mich außerdem auch nicht mehr um einen schönen Rahmen für das auf Leinwand & Keilrahmen angefertigte Bild kümmern. Als die ersten Fotos von der Ausstellung in der Villa Berberich eintrafen und ich so einige andere, schön gerahmte Bilder sah, empfand ich dies umso mehr als Mangel. Dass nun ausgerechnet dieses Bild in dieser Zeit (nach inzwischen zu 95% überstandener Krankheit) diesen Preis gewinnt, das haut mich einfach um!

Das Happy End

Der erste Anruf aus Bad Säckingen mit der Mitteilung, dass „Tanja“ die mit Abstand meisten Stimmen für den Pubklikumspreis erhalten hatte, löste bei mir sofort unsagbar große Freude & Dankbarkeit aus. Ein paar Tage später folgte der zweite Anruf: „Tanja“ hatte einen Käufer gefunden!

© Rodin Eipper

Die Finissage in Bad Säckingen am 17. Februar 2019 – zu der ich mit meinem Mann natürlich anreiste – war schließlich für mich der Höhepunkt all dieser Monate, in denen mich „Tanja“ begleitet hatte. Meine Freudentränen bei der Preisverleihung veranlassten schließlich den Käufer, noch einmal nachzufragen, ob ich mich auch wirklich von dem Bild trennen wollte. Aber JA, das wollte ich! Denn so ist die Geschichte nun für mich vollendet, das Happy End komplett und ich blicke mit viel innerer Ruhe, Freude & Motivation und nicht zuletzt auch wiederhergestellter Gesundheit in die Zukunft.

Ganz besonders möchte ich mich an dieser Stelle auch noch mal ausdrücklich bei Elena Romanzin & Frank von Düsterlho bedanken, die mit unglaublicher Energie & Professionalität und auch einem großem Maß an Zuwendung & Empathie die Veranstaltung des Grand Salon für alle Beteiligten zu einem unvergesslichen Erlebnis machen. So ist dieser Erfolg für mich auch nicht „irgendein“ Preis. Der erste Preis gerade bei der Veranstaltungsreihe Grand Salon bedeutet eine unglaubliche Wertschätzung und Bestätigung für mich & meine Kunst.

P.S.: Vielen Dank auch an Elena, die mir vor der offiziellen Eröffnung der Finissage noch ein paar Minuten allein mit meinem Bild „Tanja“ ermöglichte. So konnte ich mich in Ruhe verabschieden.

Zeitungsartikel über den 5. Grand Salon findest du >>HIER auf Elena Romanzins Webseite.

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Ein Kommentar

  1. Die Geschichte zum Porträtgemälde „Tanja“, angefangen von der ersten visuellen Begegnung mit „Tanja“ in der Fotovorlage, über die ersten Gedanken und Emotionen zur unbekannten Person „Tanja“ im Werdungsprozess des Kunstwerkes, bis hin zur Präsentation des Bildes in der Ausstellung im „Grand Salon Villa Berberich“ in Bad Säckingen mit dem Erfolg und der Würdigung durch die Verleihung des Publikumspreises sowie dem zwangsläufigen Abschied mit einem weinenden und einem lachenden Auge vom Werk durch Verkauf hat mich sehr emotional berührt.

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