Titelbild Gastbeitrag Brigitte Courté

# 100: Brigitte Courté: Wie kommt der Apfel zur Birne?

Als ich für meinem Blogbeitrag im SommerKunstBlog recherchierte (im Hinblick darauf, wie man eigentlich einen guten Blog schreibt), stieß ich auf >>lnsa Hoffmanns Blogbeitrag vom 10. April 2018 „Entwickeln, Erforschen und Spielen“. Sie beschreibt darin ihre Arbeitshaltung bzw. ihren Entwicklungsprozess ihrer Malerei. Diese Worte beschreiben auch sehr genau meinen Weg zu meiner Serie „Äpfel-Birne-Variation“.

Wie ein Stillleben entsteht

Am Anfang stand die Aufgabe von meiner Dozentin Marla Baggetta (amerikanische. Pastellkünstlerin), einen Apfel zu malen. Da es, lt. Marla, am besten ist, mit einem„Live-Modell‘ zu arbeiten, ging ich in einen Lebensmittelladen. Da ich aber nicht nur einen Apfel kaufen wollte (ich fand es etwas peinlich, mit nur einem Apfel an der Kasse zu stehen), fing ich da schon an zu überlegen, wie ich ein Stillleben konzipieren könnte, und kaufte sowohl einen schönen, roten als auch einen giftgrünen Apfel. Dann fiel mein Blick auf die Birnen und ehe ich mich versah, lag eine schöne große Birne im Einkaufskorb. Zu Hause ging es sofort ans Ausprobieren, welche Kompositionen für mich am Besten waren, und ich fotografierte munter drauflos. Damit spare ich mir das Skizzieren, um die optimale Komposition herauszufinden. Allerdings skizziere ich dann die Komposition, die mir auf den Fotos am besten gefällt, denn Skizzieren führt mich in das Motiv hinein, und ich erarbeite mir da schon die Vorgehensweise für das Malen mit meinen Pastellen. Außerdem hätte die angebissene Birne keine weiteren Tage ansehnlich überlebt (sicherlich wäre das natürlich auch ein interessantes Thema gewesen, aber man muss da eine Richtung festlegen, sonst verliert man sich zu sehr).

© Brigitte Courté – Meine Möglichkeiten der Komposition

Entwickeln, Erforschen, Spielen

Nun stand auch die erste Gemeinschaftsausstellung der Deutschen Pastell Gesellschaft (DPG) im Alten Rathaus in Ratheim/Hückelhoven an, wo ich die Organisatorin für diese Ausstellung war. Wir wollen den Kunstinteressierten die Vielfalt der Möglichkeit der Pastelle näher bringen. Während ich das erste Stilleben für den Onlinekurs malte, kam mir der Gedanke, eine Serie für die Ausstellung zu malen und damit zu zeigen, was man nicht alles mit den oft unterschätzen Pastellen machen kann. Und da kommt nun die Haltung von Insa Hoffmann ins Spiel, denn nun kam

Das Entwickeln = Mit den Malstilen spielen. Mal super hyperrealistisch, mal im Hopper-Stil, dann mit Mixed Media etc., ggf. die Komposition ändern (in meinem Fall den giftgrünen Apfel dazu getan und später den runden Teller durch einen eckigen ersetzt) oder im alten Meisterstil. Auch die Farben haben sich entwickelt, da ich bei dem Motiv immer sicherer und somit auch mutiger in den Farbkombinationen wurde.

Das Erforschen = Was kann man alles mit den Pastellen machen: nass machen, zerkrümeln und festdrücken, mit Untermalungen in Aquarell, Acryl etc. spielen, Transfertechnik einsetzen etc. Ich habe z.B. mit einer Sprühflasche ins gemalte Bild gesprüht, bis die Pastelle flüssig wurden und verliefen. Nach dem Trocknen habe ich dann teilweise wieder drüber gemalt. (dritte Reihe 1. und 4. Bild von links). Die Transfertechnik hatte ich schon in meiner Serie „Tanz auf Zeit“ angewandt und so kam mir der Gedanke, es auch mal mit einem Stilleben einzusetzen. (1 Reihe 1 Bild von rechts).

Das Spielen = Hier mit den Ergebnissen von Entwickeln und Erforschen spielen und einfach den Dingen seinen Lauf lassen. Dieser Prozess macht mir persönlich am meisten Spaß! Mein Dozent hat mir mal gesagt, dass je öfter man ein und dasselbe Motiv malt, die Summe der Fehler abnimmt und die Summe der Erfahrung steigt. Je sicher man wird, umso mutiger und entschlossener aber auch lockerer geht man ans Malen und es entstehen die wirklich guten Bilder.

© Brigitte Courté – 14 Variationen Äpfel – Birne

Meine Sprache ist der Realismus

Ich bin eine realistische Malerin, u.a. wohl auch, weil ich ein sehr realistischer Mensch bin und ich recht wenig mit der Abstraktion anfangen kann. Ich habe nichts gegen abstrakte Bilder (wenn sie gut gemacht sind) aber meine Sprache ist der Realismus! Meine Themen umfassen die Landschaftsmalerei (am liebsten Pleinair), Stillleben, Tiere und seit neustem Porträts.

Meine Kurzbiografie

Zu meiner Person: 1967 in Aachen geboren. Ausbildung zur Gestalterin für visuelles Marketing und später als Kauffrau für Büromanagement.

In der Malerei bin ich Autodidaktin (auch wenn das Wort verpönt ist – ich stehe dazu) und habe mich durch Bücher (damals gab es ja noch kein Internet) weitergebildet und später mein selbst verdientes Geld in Malworkshops gesteckt. Ich war dadurch bei vielen guten Dozenten, die mich weiter gepusht haben. Gerd Ruhland verdanke ich das Sehen von Licht und Schatten, Thomas Freund brachte mir viel über Farben, Mischen und das bewusste Gegenübersetzen der Farben bei. Von Karin Kuthe habe ich das Experimentieren lieben gelernt usw. Ich würde diese Zeit mit keinem Kunststudium der Welt eintauschen. 1999 bin ich aber dann doch der Versuchung „Kunststudium“ erlegen (IBKK in Bochum), jedoch war mir nach einem guten Jahr klar, dass ich in den o.g. Malworkshops mehr lerne und das auch noch für weniger Geld. Das einzig Gute am Studium war, dass ich dort auf die Liebe meines Lebens stieß = die Softpastelle !!!

© Brigitte Courté

Meine Bilder werden seit 2003 in ganz Deutschland, Italien und USA ausgestellt. Ich habe an diversen Wettbewerben der Pastelguild of Europe (PGE) erfolgreich teilgenommen (2 x Platz 1 und 2 x Platz 2 sowie diverse Honorable Mentions) und 2017 habe ich beim Pleinair Festival in Kühlungsborn/Ostsee bei 90 Teilnehmern (versch. Techniken) den 2. Platz mit meinen Pastellbild „Geisterwald“ gewonnen. Zurzeit bin ich in einer Umbruchphase und versuche mich „neu zu erfinden“, d.h. den Fokus neu zu setzen, mich besser zu organisieren (da ich neben der Malerei noch voll berufstätig bin) und neue bzw. alte Ziele wieder in den Mittelpunkt zu setzen!

KONTAKT:

© Brigitte Courté

Weitere Bilder von meine Arbeiten könnt ihr auf

www.kunst-atelier-courte.eu

sehen!

 

 

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